Freitag, 17. Mai 2013

Naturpark und Atelier vorerst gerettet!

Am 18. Mai 2013 berichtete die Presse (z.B.Dziennik Polski), dass das Schnellstraßenprojekt durch unser Schutzgebiet auf Grund der anhaltenden massiven Proteste von Seiten der Bevölkerung, der Gemeinden, der Nationalparkverwaltung in seiner jetzigen Form definitiv verworfen wurde.

In den letzten Wochen hatten sich unabhängig voneinander einige Bürgerinitiativen gegen das Konzept des Schnellstraßenprojektes durch die geschützten Regionen des Naturparks Ojców gebildet. Dazu kam der Protest sämtlicher Ortsvorsteher und vieler Gemeinderäte der betroffenen Ortschaften.

Besonders rückte der Bürgerverein Korzkiew (Stowarzyszenie Korszkiew) mit der Initiative WrogaDroga (Feindlicher Weg) mit Unterschriftenaktionen, Plakaten, Transparenten, Diskussionen mit Politikern, direkte Information der Bewohner und nicht zuletzt ihrer WrogaDroga-Fanpage auf Facebook in den Vordergrund. Desgleichen wurde der Kontakt zu Medien hergestellt und über verschiedene Kanäle der Berichterstattung wurde rasch die öffentliche Meinung mobilisiert. Mit jedem Tag wurde klarer, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Absurdität der Pläne klar anprangert und Alternativen fordert. Zunehmend fühlten sich die Menschen von einem "provisorischen Konzept" an Nase herum geführt, das polnische Marschallamt hatte ein gewaltiges Vertrauensdefizit angehäuft und manche zuvor eher unscheinbare Oppositionspolitiker begannen in ihrer neuen Rolle als Retter in der Not gefährlich hell zu glänzen.

Alleine die Facebook Seite WrogaDroga erlebte einen spektakulären Aufstieg von 0 auf ca. 16000 Klicks in nur 2 Wochen. Mit einfachen Plakat-Messages wurde die

"Wir lassen nicht zu, dass Deine liebsten Radrouten nur mehr in deinem Smartphone existieren."

dramatische Gefahr für das Naturschutzgebiet schnell erfassbar und als Information rasch weiter gegeben. Die Kollagen zeigten manchmal eine sarkastische Übertreibung, aber diese Impulse waren notwendig, um Diskussionen zu entfachen und die Verantwortlichen zur Stellungnahme zu zwingen.

Schreckensvision eines "Landschaftsschutzgebietes"

Diese Übertreibungen griffen das Horrorszenario der bewusst eingeleiteten Urbanisierung eines Naturschutzgebietes auf, welches auf diesem Weg zu einem Objekt von Bauspekulanten werden könnte. Es galt, dies mit allen vertretbaren Mitteln zu verhindern.

"Willkommen in der Landschaftsschutz-Region des Nationalparkes!"

 Zu diesen Mitteln zählte die Visualisierung, wie so eine verbaute Zukunft aussehen könnte. Wo Straßen neu geschaffen werden, wird Verkehr angezogen und damit werden noch weitere Straßen erforderlich.  Einem derart beliebten und sensiblen Schutzgebiet eine massive Hauptverkehrsader zuzumuten war nicht nur der ansässigen Bevölkerung ein zu starkes Stück. Es setzte zudem ein Identifikationsprozess mit anderen Regionen ein, welche mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, nicht zuletzt weitere Nationalparks in Polen und drangsalierte Natura 2000 Schutzgebiete. 


Webseiten der Bürgerinitiative gegen das Autobahprojekt:


Artikel und Sendungen in polnischen Medien:
http://krakow.gazeta.pl/krakow/1,44425,13922887,Drogi_do_Olkusza_przez_Ojcow_nie_bedzie.html#LokKrakTxt
http://www.radiokrakow.pl/www/index.nsf/ID/JGAA-97P9L7
http://www.tvp.pl/krakow/aktualnosci/spoleczne/projekt-drogi-krakowkatowice-oprotestowany/11046692




    

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